Der sichere Sockel
Tagesgeld / Festgeld
Risiko sehr niedrig
Geld auf einem verzinsten Bankkonto. Tagesgeld ist jederzeit verfügbar; Festgeld ist für eine feste Laufzeit gebunden und bringt dafür etwas höhere Zinsen. Bis 100.000 € pro Bank und Person greift die gesetzliche Einlagensicherung.
Rolle im Depot: Notgroschen (3–6 Monatsausgaben) und Reserve für Nachkäufe. Rendite liegt oft nur nahe der Inflation — zum Vermögensaufbau ungeeignet.
Geldmarkt-ETF
Risiko sehr niedrig
Ein börsengehandelter Fonds, der Geld praktisch zum aktuellen Leitzins der Notenbank „parkt" (Eurozone derzeit ca. 2,4 %). Täglich handelbar, keine Bindung.
Rolle im Depot: Tagesgeld-Alternative direkt im Depot — praktisch, wenn die Cash-Reserve beim Broker liegen soll.
Anleihe
Risiko niedrig–mittel
Ein Kredit, den du einem Staat oder Unternehmen gibst. Dafür erhältst du regelmäßige Zinsen (den „Kupon") und am Laufzeitende den Nennwert zurück. Je schlechter die Bonität des Schuldners, desto höher der Zins — und das Ausfallrisiko.
Zwei Risiken: Der Schuldner kann ausfallen (bei Staaten wie Österreich oder Deutschland sehr unwahrscheinlich), und bei steigenden Marktzinsen fallen die Kurse bereits laufender Anleihen.
Rolle im Depot: Stabilisator und planbarer Ertrag; klassischer Gegenpol zu Aktien.
Der Kern für den Vermögensaufbau
ETF (Exchange Traded Fund)
Risiko mittel
Ein börsengehandelter Fonds ohne Manager: Er bildet stur einen Index nach — z. B. den FTSE All-World mit rund 3.900 Aktien weltweit. Dadurch sehr günstig (oft 0,1–0,2 % Kosten pro Jahr) und maximal breit gestreut; das Risiko einzelner Firmenpleiten spielt kaum eine Rolle, Marktschwankungen bleiben aber voll erhalten.
Es gibt ETFs auf Aktienindizes, Anleihen, Rohstoffe, Regionen und Branchen. Ausschüttende Varianten zahlen Dividenden aus, thesaurierende legen sie automatisch wieder an.
Rolle im Depot: Das Fundament — im 5.000-€-Vorschlag stellen zwei ETFs 60 % des Kapitals.
Aktiv gemanagter Fonds
Risiko mittel
Wie ein ETF ein Sammeltopf vieler Anleger — aber ein Fondsmanager wählt die Wertpapiere aktiv aus und versucht, den Markt zu schlagen. Kostet dafür typischerweise 1,5–2 % pro Jahr, oft plus Ausgabeaufschlag. Langfristig schaffen es die meisten Manager nicht, ihren Vergleichsindex nach Kosten zu übertreffen.
Rolle im Depot: Für die meisten Privatanleger durch günstigere ETFs ersetzbar.
Renditechance mit höherem Risiko
Aktie
Risiko hoch
Ein Anteil an einem einzelnen Unternehmen. Du verdienst über Kurssteigerungen und Dividenden (Gewinnausschüttungen) — und trägst dafür das volle unternehmerische Risiko: Läuft es schlecht, kann der Kurs dauerhaft fallen, im Extremfall bis zum Totalverlust.
Rolle im Depot: Renditebeschleuniger als „Satellit" neben dem ETF-Kern — wie die 10 Titel der Investment-Analyse.
Immobilien / REITs
Risiko mittel
Der Direktkauf einer Immobilie ist teuer, illiquide und ein Klumpenrisiko. Börsennotierte Immobiliengesellschaften (REITs) machen Immobilien ab kleinen Beträgen investierbar und schütten Mieteinnahmen als Dividende aus. Sie reagieren empfindlich auf Zinsen: Hohe Zinsen drücken die Kurse.
Rolle im Depot: Beimischung für laufende Erträge und Diversifikation.
Rohstoffe / Gold
Risiko mittel
Gold und andere Rohstoffe erwirtschaften keine laufenden Erträge — keine Zinsen, keine Dividende. Ihr Wert lebt allein von Angebot und Nachfrage. Gold gilt als Krisenschutz und Inflationsabsicherung und wird meist über börsengehandelte ETCs (z. B. Xetra-Gold, Euwax Gold) gekauft.
Rolle im Depot: Kleine Beimischung von 5–10 % als Versicherung, nicht als Renditemotor.
P2P-Kredite / Crowdinvesting
Risiko hoch
Du verleihst über Online-Plattformen Geld an Privatpersonen oder Projekte gegen hohe Zinsversprechen (oft 8–12 %). Es gibt keine Einlagensicherung; Kreditausfälle und sogar Plattformpleiten sind reale Risiken.
Rolle im Depot: Höchstens kleine, spekulative Beimischung.
Spekulation
Krypto (Bitcoin, Ethereum, …)
Risiko sehr hoch
Digitale Vermögenswerte ohne inneren Ertrag, extrem volatil — Schwankungen von ±50 % pro Jahr sind normal. Der Wert beruht allein darauf, was andere dafür zu zahlen bereit sind.
Rolle im Depot: Wenn überhaupt, nur mit Geld, dessen Totalverlust verkraftbar ist.
Derivate (Optionen, Knock-outs, CFDs, Zertifikate)
Risiko sehr hoch
Gehebelte Wetten auf Kursbewegungen: Kleine Marktbewegungen werden vervielfacht — nach oben wie nach unten, bis zum Totalverlust des Einsatzes. Bei Zertifikaten kommt das Ausfallrisiko der ausgebenden Bank hinzu.
Rolle im Depot: Absicherungs- und Spekulationswerkzeuge für Profis; für den Vermögensaufbau ungeeignet.
Faustregel: die Pyramide
Sicherheit (Tagesgeld, Staatsanleihen) → Kern (Welt-ETFs) → Renditechance (Einzelaktien, Themen-ETFs) → Spekulation (Krypto, Derivate). Je weiter rechts, desto kleiner sollte der Anteil am Gesamtvermögen sein. Der 5.000-€-Vorschlag auf der Hauptseite deckt bewusst die Mitte ab: ETF-Kern, Aktien-Satelliten, Cash-Reserve.